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Was ist der Unterschied zwischen Aluminium-Rahmen und Stahl-Rahmen ?


Stahlrahmen sind entgegen der landläufigen Meinung nicht unbedingt schwerer als Aluminium-Rahmen, das gleich mal vorneweg. Aber die billigsten Rahmen sind auch die schwersten und dann fast immer aus Stahl, z.Bsp. die Baumarkt-Räder bis 149€. Dann gibt es aber eben auch schwere Aluminium-Rahmen, sagen wir mal in der Preiskategorie bis 299€. Hier wird mit viel Material eine sichere Stablität erreicht, dem Kunden aber ein "leichtes" Rad untergejubelt, weil ja leichtes Aluminium verwendet wird. Fakt ist aber das ein solches Rad mit Vollausstattung bis zu 20kg wiegen kann. Erst wenn mit Stahl oder Aluminium differenziert umgegangen wird, kann man auch über Vor-und Nachteile sprechen.

Stahlrahmen lassen sich bei Verwendung von hochfesten Legierungen (z.Bsp. Chrom-Molybdän) auf sehr dünne Wandstärken konifizieren. Dies führt zu relativ leichten Rohren, die aber auch eine höhere Dauerschwingfestigkeit haben, als eben Aluminium. So lässt sich mit intelligentem Konzept auch ein Rahmen bauen, der mit den leichten Aluminium-Gestellen konkurrieren kann. Siehe hierzu auch die Ausführungen von Florian Wiesmann: Wiesmann-Bikes
Auch dieser Gewichtsvergleich, der zugegebenerweise recht alt ist, zeigt die Konkurrenzfähigkeit von Stahl auf: Gewichtsvergleich Fahrradrahmen
Stahlrahmen haben aber auch den Vorteil, dass sie "schwingen" können. Das heisst man kann gezielt so konstruieren, dass dem Fahrer in einer gewünschten Richtung, nämlich vertikal, eine gewisse Federung durch den Rahmen geboten wird. Und das geht ohne die Lebensdauer des Rahmens zu gefährden.
Und hier kommt der Knackpunkt: Aluminiumrahmen muss man wegen Ihrer höheren Porösität so stabil bauen, dass es eben nicht zum Schwingen kommt, denn sonst folgt irgendwann zwangsläfig der Bruch. Nun ist das aber mit wesentlich weniger Aufwand verbunden, weil man einfach auch etwas mehr "klotzen" kann als bei Stahl. Das heisst Aluminium-Rahmen sind in der Produktion güstiger als Stahlrahmen in derselben Gewichtsklasse. Oder man muss wieder einen Spagat machen um auch das letzte Gramm raus zu holen und dann werden Verstärkungsbleche (Gussets) an allen Ecken und Enden verschweisst, die dann wieder die Kräfte abfangen. Das war aber auch schon umgekehrt, als Kettler noch versucht hat vor 20 Jahren mit den silbernen Citybikes Fuss zu fassen, die aber relativ oft brachen. Nach Überwindung der ersten Kinderkrankheiten wird heute die Mehrzahl der Fahrrad-Rahmen aus Aluminium gefertigt, das ist einfach "modern" und sieht "fett" aus usw. Obwohl TOR8 eben auch genau hier ansetzt, wage ich die (Selbst-)kritische Bemerkung, dass Aluminium in der Nachhaltigkeit einen Riesen-Nachteil hat: Die Rahmen halten nicht länger als Stahlrahmen, kosten aber schon bei der Aluminium-Produktion eine enorme Menge Energie und natürliche Resourcen. Das ist aber in der High-Tech-orientierten Fahrrad-Industrie kein Kriterium, solange die Kunden es kaufen; wie immer und überall. Soweit der ökologische Diskurs.

Aluminium-Rahmen haben dagegen auch einige Vorteile, z.Bsp.: höhere Korrisionsbeständigkeit des Materials selbst. Geringes Gewicht auch bei günstigeren Rahmen. Mehr fällt mir aber auf der technischen Seite nicht ein (bitte um Ergänzung!).
Es gibt aber auch auf der ästhetischen Seite einen grossen Unterschied und der ist oft auch ein Entscheidungskriterium beim Kauf: Stahlrahmen sind einfach schlanker und feiner als die eher klobigen Aluminium-Rahmen. Oder wie oben gesagt, Aluminium ist etwas protziger, was ja auch ganz schön zum MTB passt. Auch die Schweissnähte sehen recht unterschiedlich aus, entsprechend dem eben erwähnten sind es bei Stahlrahmen feinere oder sogar Lötverbindungen. Bei Aluminium sind da schon recht breite Schweissraupen zu sehen, wenn sie denn nicht verschliffen werden. Auch diese haben ihre Fans, zeigen sie doch auch das Können des Handwerkers. Ein vielleicht subtilerer Vorteil, aber eben auch verkaufsfördernd: Die grosse Fläche für die Aufkleber ;-).


Meine persönliche Meinung: Bei Rennrädern mag ich Stahl lieber. Die harte Straße wird durch den komfortableren Rahmen abgefangen und die dünneren Rohre passen einfach besser zu Reifen. Bei allen anderen Fahrrädern lasse ich mich auf Diskussionen ein. Ich selber kann mich aber nicht ganz mit Carbon und Titan anfreunden, das ist zwar spannend, aber ist es auch angemessen?
Ihre Korrekturen und Ergänzungen sind willkommen! info@tor8.de

Warum sollte ich einen Nabendynamo benutzen?

Nabendynamos sind im Kommen, sowohl an hochwertigen als auch an den allerbilligsten Fahrrädern. Ist das nur ein vorübergehender Trend? Hier ein kurze Aufstellung der Vor- und Nachteile:

Vorteile Nabendynamo
  • Witterungsunabhängig
  • Verschleissarm
  • hoher Wirkungsgrad
  • nahezu geräuschlos
  • bequemer Schalter während der Fahrt bedienbar
Nachteile Nabendynamo
  • Höheres Gewicht
  • Höherer Preis
  • Widerstand auch bei Nichtbenutzung des Lichtes

Insgesamt wiegen die Vorteile vor allem für den Allwetter-Pendler die Nachteile auf. Wer das nervige Durchrutschen auch des besten Standard-Dynamos erlebt hat, will nach dem Umstieg auf Nabendynamo nichts anderes mehr. Die Hersteller, vor allem Shimano, SON, aber auch SRAM bringen immer wieder neue Modelle mit noch weniger Leerwiderstand heraus. Dabei sind die Unterschiede recht gross: Der hochwertigste Dynamo von Shimano hat einen ca. 70% niedrigeren Leerwiderstand als der günstigste. Das spürt man vor allem am Rennrad, wo eine geringere Trägheit der rotierenden Elemente vorhanden ist.

Ich habe immer Handgelenkschmerzen beim Radfahren, was kann man da machen?

Eigentlich fahren fast alle Alltags-Radler mit einer Einstellung ihres Fahrrades, die nicht Ihren Bedürfnissen entspricht. Die Industrie verkauft uns die Sportlichkeit, die wir uns wünschen inklusive Haltungsschäden durch unpassende Ergonomie. Abgesehen vom Hollandrad und einigen Citybikes sind fast alle Fahrräder zwischen Sattel und Lenker zu lang. Das führt zu einem erhöhten Druck auf die Handgelenke. Wenn also irgendwann mit den Fingerspitzen oder mit aufrecht stehenden Hörnchen gefahren wird, ist es Zeit für ein Korrektur entweder des Lenkers, Vorbaus oder des Sattels und der Sattelstellung. Oder alles zusammen. Nicht immer muss es ein neues Fahrrad sein! Mountainbiker brauchen die Länge zum bergauf fahren, Rennradfahrer müssen gegen den Wind kämpfen. Tun Sie sich das nicht an!

Warum verlieren Fahrradschläuche mit der Zeit die Luft?

Fahrradschläuche sind meistens aus Butyl, welches nicht 100% dicht ist. Es gibt auch Schläuche aus Latex, die sogar noch schneller die Luft verlieren, als Standardschläuche. Interessanterweise gibt es extrem große Unterschiede bei der "Haltbarkeit" der Luft. Manches neue Rad ist schon nach 4 Monaten Stillstand "platt", wogegen manch alter Schüttler noch nach 2 Jahren Luft in den Reifen hat.
Die Hersteller geben selbst einen normalen Luftverlust von 1bar pro Monat an.
Es gibt aber auch einige Defekte, die zu langsamem Luftverlust führen. Zum Beispiel kann ein defektes Ventil die Luft über Wochen verlieren. Auch ein kleines Loch oder eine Abnutzungabschürfung am Schlauch führt zu sehr nervigen Dauerverlust. Diese Defekte findet man oft nicht mal im Eimer.

Sind Nabenschaltungen nicht Kraftverschwendung?

Das kommt stark auf den Jahrgang und das Produkt an. Neuere Nabenschaltungen  haben Wirkungsgrade von bis zu 98%. Allerdings muss man dafür sehr tief in die Tasche greifen, da eine Rohloff 14-Gang-Nabe mit mindestens 800€ zu Buche schlägt. Ein guter Kompromiss und auf jeden Fall ein deutlich besseres Fahren als die alten 3-Gang-Naben ermöglicht eine Shimano oder SRAM 7,8 oder 9-Gang-Nabe. Allen Nabenschaltungen gemainsam ist die Möglichkeit der optimalen Kettenlinie, da hier nur 2 Zahnräder miteinander müssen. Das führt natürlich zu längerer Lebensdauer und optimalem Kraftfluss von vorne nach hinten.